WAS ist Venture Capital (VC) & Private Equity (PE) ?


Venture Capital („Wagniskapital“) und Private Equity („privates Eigenkapital“) sind Möglichkeiten, sich an Unternehmen direkt zu beteiligen, also nicht über den (Um)Weg einer Börse. Wenn ich einem Unternehmen, an das ich glaube, Wagniskapital oder PE-Eigenkapital gebe und dafür einen Unternehmensanteil bekomme, dann geht es mir in erster Linie darum, damit das Wachstum des Unternehmens mit zu finanzieren und in seiner Entwicklung zu unterstützen. 

Deshalb eignen sich für solche sehr individuellen Investments kleine und mittlere Unternehmen im vorbörslichen Bereich, die also noch am Beginn stehen und noch weit von einer börsereifen Grösse entfernt sind. Außerdem geben VC- und PE-Investoren nicht nur Geld, sondern geben auch aktive Managementunterstützung für das ausgewählte Unternehmen. Ehemalige Manager der betreffenden Branche oder sonstige Experten, die mit Privatgeld in junge kleine Unternehmen einsteigen und begleitend beraten, nennt man „Business Angels“ („Engel“).


WAS habe ich von einem VC- oder PE-Investment?


Ich unterstütze damit die Gründung, die Expansionsbestrebungen oder sogar die Internationalisierung von wachstumsorientierten Klein- und Mittelbetrieben. Mit meinem Geld kann der Gründer und Unternehmer neue Forschungsergebnisse rasch(er) umsetzen, sein innovatives Produkt oder seine neue Dienstleistung schneller/besser vermarkten und verbreiten und so qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. 

Mit Private Equity kann ich aber auch Firmen-Zusammenschlüsse und Nachfolgelösungen für Unternehmer unterstützen. Mein Geldeinsatz ist natürlich riskant, denn wenn das Unternehmen nicht erfolgreich ist und im schlimmsten Fall sogar Pleite geht („Totalausfall“), ist mein Geld auch weg. 

Für dieses Risiko erwarte ich mir als VC- & PE-Geldgeber also eine entsprechende „Verzinsung“. Aber nicht in Form von regelmässigen (Zins)Ausschüttungen, sondern in der Form, dass ich meinen Unternehmensanteil nach einigen Jahren, in denen das Unternehmen hoffentlich ordentlich zugelegt hat- mit hohem Gewinn weiterverkaufe. Ich verdiene in der Regel also erst, wenn ich später meinen Anteil verkaufe, der hoffentlich ordentlich an Wert zugelegt hat.


WIE komme ich zu VC- oder PE-Beteiligungen?


Der „Markt“ an wachstumswilligen, ambitionierten, ideenreichen (Jung)Unternehmen ist groß. Da muss ich kritisch prüfen, das machen auch die professionellen VC- und PE-Beteiligungsgesellschaften so. Aber es gibt auch einige Anlagegesellschaften, wo ich mich als Privatanleger via spezieller VC- oder PE-Fonds an ausgewählten Unternehmensportfolios beteiligen kann. 

Eine solche Investition kann hohe Renditechancen bieten, und ich kann mein Gesamtportfolio durch die Beimischung von VC&PE „verbessern“. Denn im Idealfall lässt sich aufgrund der fehlenden Korrelation zu anderen Anlagearten eine höhere Gesamtrendite bei minimiertem Risiko erwirtschaften. So kann ich weitestgehend banken- und börsenunabhängig in Wachstumsunternehmen investieren und hoffentlich davon profitieren.


WANN hat ein VC- oder PE-Investment für mich Sinn?


Schon alleine wegen des Verlustrisikos sollte ich auf jeden Fall vor einer Investition via VC/PE-Fonds das Angebot genau prüfen und mir dazu einige Fragen zufriedenstellend beantworten können: Ist die Anlagestrategie des VC/PE-Fonds plausibel, nachvollziehbar und transparent? Kann ich mich damit identifizieren? Ist das Fondsmanagement im Stande die Anlagestrategie erfolgreich umzusetzen? Über welche Managementqualitäten, Erfahrungen und Netzwerke verfügen die Manager? 

Gibt es einen Track-Record des Managements und Erfolge vorzuweisen? Sind die Gesamtkostenquote des Fonds und die Gewinnbeteiligung für das Management in einem dem Fondskonzept entsprechenden Rahmen? Ist ein vernünftiger Leistungsanreiz für das Management vorgesehen? Und wenn ich gar direkt in Unternehmen einsteigen will, gelten diese Vorab-Fragen umso mehr.


WAS kosten eine VC/PE-Beteiligung?


Direkte (zB „stille“) Beteiligungen an Unternehmen mittels Anteilskauf sind vertragliche Transaktionen mit den entsprechenden Kosten. Wenn ich den Weg über offene oder geschlossene VC/PE-Fonds wähle, muss ich Fondsgebühren bzw. Management fees einkalkulieren. Vergleichen schadet jedenfalls nicht.


WAS ist der Unterschied zwischen VC/PE-Fonds und „normalen“ Investmentfonds? 


Mit einem VC/PE-Fonds investiere ich indirekt in junge, vorbörsliche Unternehmen, mit dem entsprechenden Risiko, dass aus einigen „nichts wird“. Mit traditionellen Aktien- oder Unternehmensanleihenfonds investierte ich hingegen in etablierte, „reife“, börsenotierte Firmen bzw. Konzerne. 


WER so seine Erfahrungen gemacht hat:


„Manche Finanzinvestoren bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter.“ (Franz Müntefering, 2005, damals deutscher Bundesminister für Arbeit und Soziales) „Reich wird, wer in Unternehmen investiert, die weniger kosten, als sie wert sind.“ (Warren Buffett, erfolgreicher amerikanischer Investor)


WARUM so ernst?


Aus dem Humorwörterbuch: „Venture Capital: Kapital, das neuen Ideen auf die Sprünge helfen soll.“„Wagnisfinanzierung: Auch eine Art sein Geld zu verlieren. Besonders beim Technik-Freaks beliebt.“




     

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