WAS ist eine Pflegeversicherung?  


Es ist noch immer ein verbreitetes Tabuthema: Denn wer will schon darüber nachdenken, dass man pflegebedürftig werden könnte? Pflegebedürftig bin ich dann, wenn ich wegen Krankheit oder Behinderung eingeschränkt bin und meinen Alltag dauerhaft nicht selbstständig bewältigen kann und deshalb auf Hilfe/Pflege durch andere angewiesen bin. Eine private Pflegeversicherung hilft mir dann, die Kosten für andauernde professionelle Pflege oder die Kosten für einen Pflegeheimplatz zu bewältigen. Wenn mein Einkommen, oder im Alter meine Pension, und Ersparnisse nicht zur Abdeckung dieser Kosten reichen, und auch trotz des staatlichen Pflegegeldes noch eine Kostenlücke klafft, also eine „Pflegelücke“ zu finanzieren bleibt, ist eine Pflegeversicherung eine guter Lückenfüller.   


WAS habe ich von einer Pflegeversicherung?


Die Pflegeversicherung leistet im Leistungsfall, also wenn ich pflegebedürftig werde, eine vorab vereinbarte monatliche, zumeist lebenslange, Rentenauszahlung. Zur Bemessung der Pflegebedürftigkeit bedienen sich die Versicherungen entweder der staatlichen Pflegestufen (die auch für die Berechnung des staatlichen Pflegegelds gelten) oder des sogenannten „Activities of Daily Living (ADL)“ Kataloges. Darin werden Aktivitäten des alltäglichen Lebens wie „alleine Aufstehen können“ oder „Toilettengang erledigen“ bewertet. So wird durch die Einstufung in eine staatliche Pflegestufe oder die Erteilung von ADL-Punkten die Leistung der Versicherung ausgelöst. Im Idealfall legt der Versicherer ein duales, voneinander unabhängiges Bewertungssystem zugrunde: Dann zahlt die Pflegeversicherung ab einer bestimmten Pflegestufe und/oder ab bestimmten ADL-Punkten.

 

WIE komme ich zu einer Pflegeversicherung? 


Eine Pflegeversicherung kann ich bei verschiedenen privaten Versicherungsgesellschaften abschließen. Die angebotenen Versicherungsprodukte sind sehr unterschiedlich und der Teufel liegt im Detail. Das Produkt muss individuell auf meinen Bedarf angepasst werden, damit ich später nicht enttäuscht und unterversichert bin. Wichtig für meinen Produktvergleich ist deshalb, ab wann ich für die Versicherung also pflegebedürftig eingestuft werde, also wann für den Produktanbieter der Auszahlungsfall eintritt. Weil sich ja niemand gerne mit dem unangenehmen Thema der eigenen Pflegebedürftigkeit und einer diesbezüglichen Kostenabsicherung auseinandersetzen will, ist eine Beratung von/mit einem unabhängigen Spezialisten (z.B. Versicherungsmakler, Vorsorgeexperte) sicher nicht schlecht.


WANN hat eine Pflegeversicherung für mich Sinn? 


Jeder sollte sich der Frage stellen: (Wie) Kann ich mir im Falle meiner Pflegebedürftigkeit die nötige Pflege dann leisten? Denn die Pflegelücke ist nicht zu unterschätzen: Es ist eine unangenehme Tatsache, dass für Normalverdiener die Kosten für eine dauernde professionelle Pflege oder gar für einen Platz in einem Pflegeheim die zur Verfügung stehenden Mittel aus Einkommen oder Pension und staatlichem Pflegegeld rasch übersteigen. Wenn ich im Pflegefall vermeiden möchte, dass der Staat auf mein Vermögen zurückgreift oder meine Familienangehörigen für mich aufkommen müssen, ist die Pflegeversicherung für mich sinnvoll. Aber: Um eine Pflegeversicherung abschließen zu können, muss ich mich noch in einem guten Gesundheitszustand befinden. Als Pflegefall dann schnell eine Versicherung abschliessen, geht leider nicht. 


WAS kostet (mich) eine Pflegeversicherung? 


Die Kosten der Prämienzahlung für eine Pflegeversicherung richten sich einerseits nach der Höhe der von mir gewählten Pflegerente, die ich im Falle des Falles beziehen will. Die sollte idealerweise die Pflegelücke decken. Diese viele Jahre vorher abzuschätzen ist schwer genug, denn sie hängt davon ab, für welches Pflegeszenario ich mich wappnen will und wie meine sonstigen Vorsorgen und finanziellen Reserven ausschauen. Aber das Festsetzen einer monatlichen Auszahlung von rund 1000 Euro in der eigenen Pflegerenten-Versicherungspolizze wird im Normalfall nicht zu viel sein. Auch der Beginn im jungen Alter ist ausschlaggebend für den Preis des Versicherungsvertrages. Denn es ist auch die Frage, welche Prämienhöhe ich mir leisten kann oder will. So gibt es Varianten mit einer verminderten Anfangsprämie, etwa für junge Leute, die erst später steigt, oder Produkte mit gleichbleibender Prämienzahlung. Die Versicherungsverträge werden sowohl als Krankenversicherung als auch als Lebensversicherung angeboten. Hier kommt es zu großen Preisunterschieden. Denn die zwei Produktarten unterscheiden sich zB in der Höhe der Versicherungssteuer, in der Dauer der Prämienzahlungspflicht, in der Prämienanpassung und Wertanpassung des Versicherungsschutzes.


WAS ist der Unterschied zwischen einer Pflegeversicherung und einer privaten Krankenversicherung?


Die Pflegeversicherung soll mir mittels Pflegerente helfen, die laufenden Kosten für meine andauernde professionelle Pflege oder die Kosten für einen Platz im Pflegeheim zu bewältigen, wenn mein Einkommen (oder später meine Pension), meine Ersparnisse und das staatliche Pflegegeld dafür nicht reichen. Eine private Krankenversicherung zahlt für meine Sonderklasseunterbringung in Spitälern, meine Privatarztkosten und meine Arztwahl. Die Kosten für eine professionelle Pflegehilfe bei mir zu Hause oder gar die monatlichen Vorschreibungen für meinen Platz in einem geeigneten Pflegeheim sind da nicht abgedeckt. 


WER so seine Erfahrungen mit Pflegeversicherungen hat


„Private Pflegevorsorge im Vergleich: Bei Weitem nicht jeder wird im Alter pflegebedürftig. Wer trotzdem finanziell vorsorgen will, sollte das nur nach gründlicher Beratung tun. Die Prämien privater Pflegeversicherungen sind mit steigendem Einstiegsalter hoch und die Angebote sehr unterschiedlich.“ (Magazin Konsument/VKI) 


WARUM so ernst? 


„Wen das Kleingedruckte in Versicherungsverträgen nicht schockt, hat es nicht verstanden.“ (Dr. Gerhard Kocher, Schweizer Gesundheitsökonom und Buchautor)

 „Für Versicherungen ist es wichtig, dass die Furcht vor dem Versicherungsfall größer ist als die Wahrscheinlichkeit, dass er eintritt.“ (Dr. Manfred Rommel, Jurist, Politiker, ehem. Oberbürgermeister von Stuttgart) 



     

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